In Deutschland sind zahlreiche Berufe von einem akuten Fachkräftemangel betroffen, was sich in einer wachsenden Zahl ausländischer Beschäftigter niederschlägt. Insbesondere in Bereichen wie der Logistik, der Systemgastronomie und dem Gerüstbau ist der Anteil ausländischer Arbeitskräfte signifikant angestiegen.
Wachsende Zahl ausländischer Beschäftigter
Aktuell sind rund neun Millionen Menschen in sogenannten Engpassberufen tätig, wobei mehr als eine Million von ihnen aus dem Ausland stammt. Dieser Anteil hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. In einigen dieser schwer zu besetzenden Berufsfelder, wie beispielsweise bei Kraftfahrern, Gerüstbauern und Gebäudereinigern, ist bereits jeder dritte Beschäftigte aus dem Ausland.
Prognosen und Herausforderungen
Der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser von der Linken äußerte sich zu den zukünftigen Entwicklungen:
„Die Bundesregierung hat in Antwort auf unsere Anfrage prognostiziert, dass der Bedarf an Beschäftigten aus dem Ausland noch deutlich steigen wird in den nächsten Jahren. Das steht übrigens nicht im Widerspruch dazu, dass wir auch diejenigen, die wir hier haben, die noch qualifiziert werden müssen, auch qualifizieren müssen. Auch die brauchen wir dringend. Aber es gibt auf jeden Fall einen wachsenden Bedarf.“
Besondere Herausforderungen in der Systemgastronomie
In der Systemgastronomie und der Fleischverarbeitung stellen ausländische Beschäftigte mit jeweils etwa 60 Prozent inzwischen die Mehrheit der Arbeitskräfte. Meiser erklärt:
„Dass viele Menschen deutscher Staatsbürgerschaft, die sich ausruhen können, dreimal überlegen, ob sie in der Systemgastronomie, also McDonald’s und Co. oder aber auch in der Schlachterei arbeiten wollen. Das sind knüppelharte Jobs, die leider mit schlechten Arbeitsbedingungen und zum Teil mäßiger Bezahlung einhergehen. Da muss auch dringend daran gearbeitet werden, wenn die Leute hier bleiben sollen und nicht wieder übermorgen weggehen.“
Zusätzlich zur Herausforderung des Fachkräftemangels gibt es auch finanzielle Aspekte, die nicht ignoriert werden dürfen. Die alarmierende Finanzlage der Arbeitslosenversicherung könnte zu Beitragserhöhungen führen, was die Situation weiter kompliziert.
Demografische Veränderungen und deren Auswirkungen
Die Bundesregierung geht davon aus, dass aufgrund des demografischen Wandels Ostdeutschland in den kommenden Jahren im Verhältnis zur Bevölkerung eine noch höhere Nettozuwanderung benötigen wird als der Westen. Dies könnte auch mit dem Stellenabbau in der Automobilbranche zusammenhängen, der bereits Rekordniveau erreicht hat.
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Quellen: tagesschau
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