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Sinkende Gasspeicher in Deutschland: Preisanstieg im Winter droht

Die deutschen Gasspeicher sind zurzeit ungewöhnlich leer, was im kommenden Winter zu einem Anstieg der Gaspreise führen könnte. Während die Versorgungssicherheit von offiziellen Stellen betont wird, könnten geopolitische Konflikte und der Bedarf an Flüssiggas die Lage weiter komplizieren.

Sinkende Gasspeicher in Deutschland: Preisanstieg im Winter droht
Bildquelle: KWON JUNHO auf Unsplash

Aktuell sind die Gasspeicher in Deutschland für diese Jahreszeit alarmierend niedrig gefüllt. Dennoch besteht kein akuter Mangel an Gas. Allerdings könnte es im kommenden Winter zu einem erheblichen Anstieg der Gaspreise kommen.

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Trotz der Tatsache, dass der Sommer noch nicht zu Ende ist, richtet sich der Blick auf dem Gasmarkt bereits auf die bevorstehenden kalten Monate. Laut den neuesten Daten sind die deutschen Gasspeicher nur zu etwa 48 Prozent gefüllt, was den niedrigsten Stand im August seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 darstellt. Im Gegensatz dazu liegt der europäische Durchschnitt bei rund 58 Prozent.

Einer der Hauptgründe für die derzeit niedrigen Füllstände ist der Rückgang der Gasimporte. Darüber hinaus haben die historisch niedrigen Wasserstände vieler europäischer Flüsse die Stromproduktion aus Wasser- und Kernkraft beeinträchtigt, was den Bedarf an Erdgas zur Stromerzeugung erhöht hat. Diese Situation wird durch die Prognosen des Wirtschaftsministeriums verstärkt, die Preissenkungen bei Strom erst in den 2030ern erwarten.

In Europa zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild. Während Deutschland hinter den Erwartungen zurückbleibt, sind die Gasspeicher in Italien bereits über 75 Prozent und in Polen sogar zu 87 Prozent gefüllt. In Anbetracht dieser Unterschiede stellt sich die Frage, ob die Gasvorräte in Deutschland für den Winter ausreichen werden.

Thomas Benedix, Rohstoffexperte bei Union Investment, schätzt, dass die Füllstände der deutschen Gasspeicher zu Beginn des Winters nur etwa 70 Prozent erreichen könnten. Dies würde die Verwundbarkeit Deutschlands erhöhen, insbesondere wenn der Winter kälter als gewöhnlich ausfällt; in diesem Fall könnte der Füllstand gegen Ende der Heizperiode auf etwa 10 Prozent sinken.

Die EU-Kommission äußerte bislang keine unmittelbaren Bedenken zur Gasversorgungssicherheit für den kommenden Winter. Auch die Bundesnetzagentur zeigt sich optimistisch, da sie betont, dass die deutsche Gasversorgung stabil sei und ausreichend Gas auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehe. Zudem existieren genügend Importmöglichkeiten.

Die Bundesregierung plant darüber hinaus die Schaffung einer staatlichen Gasreserve von etwa 24 TWh. Die Speicherkapazitäten sind jedoch nicht mehr der einzige Maßstab für die Versorgungssicherheit. Benedix warnt davor, die gegenwärtige Situation mit der Energiekrise von 2022 zu vergleichen; Deutschland ist nun besser für den Empfang von Flüssiggas gerüstet, insbesondere durch die neuen Terminals in der Nord- und Ostsee.

Darüber hinaus hat Deutschland zusätzliche Importmöglichkeiten erschlossen, um Gas über Pipelines aus Norwegen sowie über Frankreich und Belgien zu gewinnen. Dennoch bleibt die Sorge, dass der Krieg im Nahen Osten die Gaspreise erheblich in die Höhe treiben und eine Versorgungskrise auslösen könnte.

Die Abhängigkeit von Flüssiggas bringt jedoch auch Risiken mit sich. Anstelle von großen Mengen russischen Gases aus Pipelines ist Deutschland zunehmend auf Flüssiggas vom Weltmarkt angewiesen, was die europäischen Länder stärker den globalen Preisbewegungen aussetzt. Die Bundesnetzagentur hat auf dieses Risiko hingewiesen.

Asien ist ein wesentlicher Nachfrager nach LNG und bietet oft höhere Preise, was dazu führt, dass flexible LNG-Lieferungen dorthin umgeleitet werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat festgestellt, dass die hohen Preise in Asien in diesem Jahr dazu geführt haben, dass mehr Tanker dorthin geschickt wurden.

Die größten Unsicherheiten bestehen jedoch auf der Angebotsseite. Der Konflikt im Mittleren Osten hat die Energiemärkte stark beeinflusst, und die Schließung der Straße von Hormus hat einen erheblichen Angebotsschock ausgelöst. Diese Meerenge war zuvor für nahezu 20 Prozent des weltweiten LNG-Handels verantwortlich, insbesondere für Lieferungen aus Katar.

Obwohl einige Produzenten aus Nordamerika, Afrika und Australien Teile der ausgefallenen Mengen ersetzen konnten, erwartet die IEA ein stagnierendes globales LNG-Angebot für das laufende Jahr. Vor dem Iran-Krieg war ein deutlicher Anstieg prognostiziert worden. Verzögert sich die Rückkehr der Lieferungen aus dem Persischen Golf, könnte das weltweite LNG-Angebot laut IEA möglicherweise erstmals seit 2012 schrumpfen.

Zusätzlich gibt es Schäden an der LNG-Infrastruktur in Katar, die sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen auf das globale Angebot haben könnten.

In ihrem Basisszenario geht die IEA davon aus, dass die Lieferungen aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten bis zum vierten Quartal schrittweise wieder hochgefahren werden. Auch Experten von Union Investment erwarten, dass ab Oktober größere Mengen Flüssiggas aus Katar verfügbar sein werden. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, könnte sich der weltweite Markt für Flüssiggas im Winter verknappen – ein erhebliches Risiko.

Ein unerwarteter Kälteeinbruch könnte auch die Gaspreise in Europa stark in die Höhe treiben. Benedix hält es für möglich, dass die Preise auf bis zu 80 bis 100 Euro je Megawattstunde steigen könnten, was eine Verdreifachung im Vergleich zu Jahresbeginn darstellen würde. Dies wäre allerdings weit entfernt von den extremen Preisspitzen während der Energiekrise nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine, als die Preise zeitweise über 300 Euro je Megawattstunde erreichten.

Insgesamt ist es derzeit unwahrscheinlich, dass es zu einem physischen Gasmangel im kommenden Winter kommt. Dennoch hat die neue Sicherheitslage in Europa ihren Preis, da die Gaspreise in Deutschland und der EU nun stärker von globalen LNG-Märkten abhängen.

Die Preisentwicklung unterliegt vier wesentlichen Einflüssen: den Speicherfüllständen, den Wetterbedingungen in Europa und Asien, der Nachfrage nach LNG in Asien sowie der weiteren Entwicklung der Lieferungen aus dem Mittleren Osten. Zudem sind die Kraftstoffpreise in Deutschland ebenfalls ein wichtiger Faktor, der die wirtschaftliche Lage beeinflusst.

Für private Haushalte werden steigende Großhandelspreise in der Regel nicht sofort auf die Gasrechnung durchgereicht. Die Geschwindigkeit, mit der dies geschieht, hängt von der Beschaffungsstrategie des jeweiligen Versorgers und den spezifischen Vertragsbedingungen ab. Energieintensive Unternehmen wie BASF, Thyssenkrupp oder Schott spüren jedoch oft schneller steigende Gaspreise, was zu einem Kosten- und Wettbewerbsproblem führen kann.

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Quellen: tagesschau, Merkur

Bildquelle: Bildquelle: KWON JUNHO auf Unsplash

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

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