Die Auftragslage in der deutschen Industrie hat einen historischen Höhepunkt erreicht. Insbesondere Aufträge für Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge tragen maßgeblich zu diesem Anstieg bei und sorgen für ein zusätzliches Geschäft im Verarbeitenden Gewerbe.
Steigerung des Auftragsbestands im Juli
Im Juli 2026 stieg der Auftragsbestand in der deutschen Industrie erneut an, was auf eine deutliche Belebung nach einer längeren Phase der Schwäche hinweist. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden legte der preisbereinigte Auftragsbestand um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. „Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe erreichte damit abermals ein neues Allzeithoch,“ so die Behörde.
Jährlicher Vergleich und Prognosen
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Auftragsbestand sogar um 10,9 Prozent. Bereits in den vorhergehenden Monaten hatten die Auftragsbücher der Unternehmen eine tendenziell positive Entwicklung gezeigt. Das Ifo-Institut hat seine Prognose für 2026 auf ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent angehoben. Diese positiven Entwicklungen sind auch im Arbeitsmarkt in Deutschland zu beobachten, wo Fachkräfte gesucht werden.
Reichweite des Auftragsbestands auf Rekordniveau
Die Reichweite des Auftragsbestands, die angibt, wie viele Monate die Betriebe bei konstantem Umsatz ohne Neugeschäft produzieren könnten, stieg auf neun Monate. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2015. Diese positive Entwicklung wurde insbesondere durch einen Anstieg im „sonstigen Fahrzeugbau“ unterstützt, zu dem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge gehören. Destatis erklärte, dass hier zuletzt viele neue Aufträge eingegangen seien, wobei auch die staatlichen Rüstungsausgaben eine Rolle gespielt haben dürften. Der Einfluss der Ölpreise auf die Märkte könnte ebenfalls nicht unterschätzt werden.
Einfluss der staatlichen Investitionen
Ein leichter Anstieg im Maschinenbau trug ebenfalls zur positiven Entwicklung bei, während der Auftragsbestand in der Autoindustrie rückläufig war. Ohne die Berücksichtigung des „sonstigen Fahrzeugbaus“ lag der Auftragsbestand deutlich unter seinem Höchststand. Der Boom im Bereich Künstliche Intelligenz und ein starkes Geschäft in Europa haben zudem zu einem Stimmungsumschwung beigetragen.
Erwartungen für die Zukunft
Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, äußerte sich optimistisch: „Wegen des Fiskalpakets strahlt die Sonne bei der Auftragslage.“ Er verwies auf die staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Sicherheit und betonte, dass viel davon abhänge, ob Unternehmen ihre Kapazitäten stärker auslasten würden. „Die Rüstungsindustrie könnte den Anstoß für mehr Produktion auch in anderen Bereichen geben,“ so Krüger. Diese Entwicklungen sind besonders relevant, da Bilfinger weltweit 1.500 Stellen reduziert hat aufgrund von Marktentwicklungen.
Aufgrund anziehender Exporte und der staatlichen Milliardenausgaben haben führende Institute ihre Prognosen für die deutsche Wirtschaft zuletzt angehoben. Das Ifo-Institut erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,4 Prozent, nachdem das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr nur um 0,2 Prozent gewachsen war und in den beiden Jahren zuvor geschrumpft war.
1500 Stellenabbau bei Deutschlands größtem Industriedienstleister wegen Marktentwicklungen
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Quellen: tagesschau
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