Die Deutsche Bahn steht im ersten Halbjahr 2026 vor einer alarmierenden Situation im Fernverkehr. Ein erheblicher Anteil der Fernzüge war verspätet oder fiel vollständig aus. Insgesamt waren acht Prozent der Fernzüge nicht im Einsatz, was bedeutet, dass fast jeder zwölfte Zug entweder ganz ausfiel oder nur teilweise auf der Strecke verkehrte.
Diese Ausfallquote markiert einen Anstieg um drei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und stellt die zweithöchste Rate seit 2019 dar. Die Daten stammen aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag. Der höchste Wert an Ausfällen wurde im ersten Halbjahr 2024 verzeichnet, als zwölf Prozent der Fernzüge aufgrund von Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) nicht fuhren.
Zusätzlich zu den Ausfällen ist die Pünktlichkeit der Fernzüge bedenklich. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren im ersten Halbjahr 2026 lediglich 58,7 Prozent der Fernzüge pünktlich. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Statistik die ausgefallenen Züge nicht berücksichtigt, was die tatsächliche Lage weiter verschärft.
Matthias Gastel, Abgeordneter der Grünen, äußerte sich besorgt über die hohen Ausfallzahlen und Verspätungen. Er wies darauf hin, dass die häufigsten Ursachen technische Störungen an den Zügen seien. Gastel forderte eine intensivere präventive Instandhaltung der Züge sowie eine verbesserte Verfügbarkeit von Reservezügen und Personal an bedeutenden Knotenpunkten. In diesem Zusammenhang wurden auch hohe Kosten als ein Ärgernis thematisiert.
Um die Herausforderungen im Fernverkehr anzugehen, plant die Deutsche Bahn, bis 2036 mehr als 40 stark frequentierte Bahnstrecken zu sanieren. Diese Sanierungsmaßnahmen erfordern in der Regel eine vollständige Sperrung der Strecken für bis zu sechs Monate. Allerdings gab es in der Vergangenheit häufig Probleme bei der Umsetzung dieser Sanierungen, wobei Verzögerungen und steigende Kosten an der Tagesordnung sind. Trotz der Modernisierung der Strecken hat sich die Pünktlichkeit nicht verbessert. Zudem gibt es Warnungen vor möglichen Preissteigerungen, die die Situation weiter verschärfen könnten.
Die Bahnchefin Evelyn Palla kündigte an, das Konzept der sogenannten Generalsanierungen zu überdenken. In den kommenden Wochen soll eine neue Strategie vorgestellt werden, um den Herausforderungen im Fernverkehr besser gerecht zu werden. Ein Beispiel für eine katastrophale Übung in diesem Bereich ist die ICE-Tunnelübung in Thüringen, die als notfallmedizinisches Desaster endete.
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Quellen: n-tv, BR
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