Die lettische Fluggesellschaft Air Baltic hat Insolvenz angemeldet und plant nun eine umfassende Sanierung. Diese Maßnahme folgt auf eine zuvor verfolgte ambitionierte Wachstumsstrategie, die nicht wie angestrebt umgesetzt werden konnte.
Air Baltic hatte sich zum Ziel gesetzt, ihre Flotte bis 2030 auf 100 Flugzeuge zu vergrößern und als Kapazitätsanbieter für andere Airlines zu fungieren. Doch die bestehende Flotte von etwa 50 Maschinen stellte sich als ein erhebliches Risiko heraus, das sich nun als zu belastend erwiesen hat. Die Airline kämpft zudem mit wachsenden Schulden und hohen operativen Kosten, die durch die steigenden Treibstoffpreise zusätzlich belastet werden.
Am Montag wurde der Insolvenzantrag nach Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechts eingereicht. Mit dieser Entscheidung möchte die Airline ihre Größe an die Gegebenheiten des Heimatmarktes anpassen. In den letzten Jahren hatte Air Baltic unter der Führung des ehemaligen Chefs Martin Gauss, der nun bei Gulf Air tätig ist, stark expandiert. Gauss setzte auf eine Flotte von Airbus A220 und vermietete zahlreiche Maschinen im Wet-Leasing an andere Fluggesellschaften.
Um die geplante Expansion zu finanzieren, war ein Börsengang vorgesehen, bei dem die Lufthansa 2025 für 14 Millionen Euro zehn Prozent der Anteile an der Airline erwerben wollte. Dieser Börsengang scheiterte jedoch, was zur Abberufung von Gauss führte. Sein Nachfolger, Erno Hildén, sieht sich nun der Herausforderung gegenüber, die Airline zu retten.
Die Zukunft von Air Baltic erscheint jedoch düster, da sich der Wet-Leasing-Markt im Wandel befindet. Aufgrund der hohen Treibstoffpreise ziehen Airlines Kapazitäten ab. So hatte die Lufthansa im Sommerflugplan 21 Maschinen von Air Baltic angemietet, plant jedoch, diese Anzahl im nächsten Winter auf lediglich fünf zu reduzieren und könnte möglicherweise im Sommer 2027 keine mehr mieten.
Trotz des Insolvenzantrags betont Air Baltic, dass der Flugbetrieb ohne Einschränkungen fortgeführt wird. Ein Konsortium von Geldgebern hat bereits eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 350 Millionen Euro zugesagt. Beobachter glauben, dass der lettische Staat durch eine Kapitalerhöhung den Neustart der Airline unterstützen könnte. Die Lufthansa wird voraussichtlich nicht länger an der Airline beteiligt sein. Amazon zieht Konsequenzen nach fatalem Flugzeugunglück in Miami
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Quellen: Süddeutsche Zeitung, t-online
Bildquelle: Bildquelle: Zoshua Colah auf Unsplash
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