In Deutschland ist das Girokonto für viele Menschen unverzichtbar geworden. Als zentrale Plattform ermöglicht es die Abwicklung verschiedenster Zahlungen, darunter Miete, Strom, Gas, Handyrechnungen und Abonnements. In den letzten Jahren haben jedoch zahlreiche Filialbanken Kontoführungsgebühren eingeführt, die sich oft vermeiden lassen.
Die jährlichen Kosten für ein Girokonto können stark variieren. Ein Blick in die Preisverzeichnisse zeigt, dass manche Banken bis zu mehreren hundert Euro pro Jahr verlangen. So kostet das Komfort-Konto der Volksbank Köln Bonn für Personen ab 27 Jahren jährlich 120 Euro. Bei der Dortmunder Sparkasse liegt das Konto „Echt unser Bestes“ für die gleiche Altersgruppe sogar bei 238,80 Euro jährlich. Auch namhafte Banken wie die Commerzbank erheben Gebühren, die zwischen 58,80 Euro und 154,80 Euro schwanken. Laut Martin Faust, einem Experten für Bankbetriebslehre, haben Banken in der Niedrigzinsphase ihre Kontoführungsgebühren erhöht, um finanzielle Einbußen auszugleichen.
Auf der anderen Seite verzichten viele Neobanken, wie C24 und Trade Republic, auf Kontoführungsgebühren. Diese digitalen Banken operieren weitgehend über mobile Apps und Online-Plattformen, was ihre Betriebskosten senkt. Dies führt dazu, dass immer mehr Kunden ihre Bank wechseln. Eine Bitkom-Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass 58 Prozent der Deutschen bereits ihr Hauptkonto gewechselt haben, was im Vergleich zu den Vorjahren einen Anstieg darstellt.
Die Wahl einer Bank wird zunehmend von digitalen Angeboten beeinflusst. Laut der Bitkom-Studie haben im Jahr 2024 über 40 Prozent der Bankkunden keine Filiale besucht und nutzen ausschließlich Online-Banking. Dabei spielt die Marke oder das Filialnetz eine untergeordnete Rolle. Stattdessen sind benutzerfreundliche Apps und Mobile-Payment-Funktionen entscheidend.
Verbraucherschützer warnen, auch versteckte Gebühren zu beachten, wie etwa die Kosten für Bankkarten oder Überweisungen. Vor einem Kontowechsel ist es ratsam, sich darüber zu informieren, wo man kostenlos Geld abheben und einzahlen kann. Ein Girokontovergleich, wie er von Finanztip angeboten wird, kann dabei helfen, die besten Angebote zu finden.
Für einen Kontowechsel kann der Kunde auf die Unterstützung seiner neuen Bank zählen. Das Zahlungskontengesetz verpflichtet Banken, ihren Kunden beim Wechsel zu helfen. Der Kunde eröffnet ein neues Konto und autorisiert die neue Bank, die erforderlichen Informationen von der alten Bank anzufordern. Die alte Bank hat dann fünf Geschäftstage Zeit, alle relevanten Daten zu übermitteln, während die neue Bank ebenfalls fünf Tage benötigt, um alles vorzubereiten.
Es wird empfohlen, beide Konten während einer Übergangszeit parallel zu nutzen, um mögliche Verzögerungen zu vermeiden. Kommt es beim Wechsel zu finanziellen Nachteilen, haften die Banken für fehlerhafte Datenübertragungen.
Martin Faust weist jedoch darauf hin, dass auch gebührenfreie Konten ihre Tücken haben können. Banken profitieren durch diese Konten von wertvollen Informationen über ihre Kunden, die sie für maßgeschneiderte Angebote verwenden können. Viele Kunden schätzen zudem die Möglichkeit, bei Problemen persönlich in einer Filiale beraten zu werden, auch wenn sie diese Option nicht regelmäßig in Anspruch nehmen.
In der gegenwärtigen Marktsituation, in der viele Banken wieder mit höheren Tagesgeldzinsen werben, ist es für Sparer wichtig, die Angebote sorgfältig zu vergleichen. Neobanken wie Revolut und Chase haben kürzlich durch attraktive Zinsen auf sich aufmerksam gemacht, was den Wettbewerb im Tagesgeldbereich anheizt. Sparer sollten jedoch bedacht sein, dass hohe Aktionszinsen oft zeitlich begrenzt sind und die Bedingungen genau geprüft werden sollten.
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Quellen: tagesschau, Die Zeit
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