Die Welt des Sports hat einen ihrer herausragendsten Vertreter verloren. Hans Grodotzki, bekannt als der „Blonde Hans“, verstarb am Freitag, dem 18. September, nach einer kurzen, schweren Krankheit im Kreise seiner Familie. Der 90-Jährige hinterlässt eine schmerzliche Lücke, nicht nur in der Leichtathletik, sondern auch in den Herzen vieler Menschen, die ihn kannten.
Ein außergewöhnlicher Sportler
Grodotzki erlangte 1960 bei den Olympischen Spielen in Rom große Berühmtheit, als er Silbermedaillen über 5000 und 10.000 Meter gewann. Diese Erfolge stellten einen bedeutenden Meilenstein für deutsche Läufer dar und machten ihn zu einer Legende im deutschen Sport. Sein Talent und seine Leidenschaft für das Laufen prägten nicht nur seine Karriere, sondern auch die Entwicklung der Leichtathletik in Deutschland.
Ein Leben voller Geschichten
Der ehemalige Athlet war ein wandelndes Archiv voller Geschichten über Menschen, denen er in aller Welt begegnete. Grodotzki hatte ein bemerkenswertes Gedächtnis und konnte sich bis ins kleinste Detail an Wettkampfergebnisse aus seinen Anfangsjahren erinnern. Bis zu seinem letzten Atemzug blieb er dem Sport verbunden und kommentierte die Leistungen der Athleten mit großer Begeisterung, zuletzt die Erfolge der deutschen Starter bei den Leichtathletik-Europameisterschaften. Auch die Trauer um Bob Mackie zeigt, wie sehr Sportler und Künstler in der Gesellschaft verbunden sind.
Letzte Worte und Erinnerungen
Obwohl er im Krankenhaus lag und kaum noch sprechen konnte, fand Grodotzki die Kraft, seinen Besuchern Trost zu spenden. Mit den Worten:
„Ich kann mich nicht beschweren, ich hatte ein erfülltes Leben!“
verabschiedete er sich von seinen Freunden und Angehörigen. Diese Aussage spiegelt die Dankbarkeit und Zufriedenheit wider, die er für sein Leben empfand.
Ein bleibendes Erbe
Im April dieses Jahres feierte Hans Grodotzki seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Familie, Freunde und Weggefährten. Zu den Gratulanten zählte unter anderem die Oberbürgermeisterin von Potsdam, Noosha Aubel, sowie eine Delegation des FC Rot-Weiß Erfurt, wo er Ehrenmitglied war. Auch seine Heimatstadt Menteroda, die er im August noch einmal besuchte, sandte ihm Glückwünsche. Der Brandenburger Sport verliert mit ihm eine außergewöhnliche Persönlichkeit, und viele Weggefährten trauern um einen großartigen Freund.
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Quellen: maz-online
Bildquelle: Foto: Kantonspolizei Aargau
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