Der deutsche Fußball trauert um einen seiner bedeutendsten Schiedsrichter: Adolf Prokop, gebürtiger Erfurter, ist am Mittwoch, dem 12. August, im Alter von 87 Jahren verstorben. Er zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten des Thüringer Fußballs, dessen eindrucksvolle Karriere mit zahlreichen Erfolgen gespickt ist.
Prokop war von 1969 bis 1988 aktiv und pfiff in dieser Zeit beeindruckende 283 Spiele in der DDR-Oberliga. Seit 1973 war er auf der FIFA-Schiedsrichterliste und übernahm die Leitung von Spielen bei zwei Weltmeisterschaften: 1978 in Argentinien und 1982 in Spanien. Auch bei den Europameisterschaften 1980 und 1984 sowie den Olympischen Spielen 1976 in Montreal war er im Einsatz. Seine umfangreiche Erfahrung umfasste zudem 60 Europapokalspiele, darunter gleich drei Endspiele der höchsten Kategorie.
Zu den bedeutendsten Momenten seiner Karriere zählten das UEFA-Supercup-Hinspiel 1979 zwischen Nottingham Forest und dem FC Barcelona, das UEFA-Cup-Finale 1981 zwischen Ipswich Town und AZ Alkmaar sowie das Finale im Europapokal der Pokalsieger 1984, das Juventus Turin gegen den FC Porto ausspielte. Diese Erfolge unterstreichen seine herausragende Position im internationalen Fußball.
Udo Penßler-Beyer, Präsident des Thüringer Fußballverbandes, würdigte Prokop und bezeichnete ihn als den erfolgreichsten Schiedsrichter in der Geschichte des Thüringer Fußballs. Sein Erbe werde weit über seine aktive Zeit hinaus in Erinnerung bleiben. Der Thüringer Fußball-Verband hob hervor, dass mit ihm eine prägende Schiedsrichterpersönlichkeit verloren gehe, die den Fußball über viele Jahre hinweg mit großer Hingabe begleitet und geprägt habe.
Dennoch war Prokop nicht frei von Kontroversen. Immer wieder wurde seine Neutralität in Frage gestellt, besonders wegen seiner engen Verbindung zum BFC Dynamo, dem Rekordmeister der DDR. Nach der Wende kam ans Licht, dass er als Offizier im besonderen Einsatz bei der DDR-Staatssicherheit tätig war und den Rang eines Oberstleutnants innehatte.
Nach seiner aktiven Laufbahn blieb Prokop dem Fußball treu. Er engagierte sich im Schiedsrichterausschuss des Thüringer Fußballverbandes und arbeitete als Beobachter und Mentor. Bis Ende 2025 gab er sein Wissen und seine Erfahrung an junge Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter weiter und pflegte die Verbundenheit zur Schiedsrichterfamilie.
Schon beim 50. Treffen der ehemaligen DDR-Oberliga-Schiedsrichter im Juni zeigte Prokop gesundheitliche Schwierigkeiten. Nach einem Urlaub musste er in ein Erfurter Krankenhaus eingeliefert werden. Obwohl er kurzzeitig nach Hause zurückkehren konnte, verstarb er während eines weiteren Klinikaufenthalts.
Quellen: hersfelder-zeitung, Bild
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