Im Kontext der globalen Reaktionen auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 gibt es neue Erkenntnisse über die Rolle der Bundeswehr in den ersten Tagen nach den Anschlägen. Berichten zufolge wurden deutsche Soldaten bereits im November 2001 nach Afghanistan entsandt, bevor das Bundestagsmandat für diesen Einsatz vorlag. Diese Informationen stammen aus Recherchen, die auf Dokumenten und Aussagen von Beteiligten basieren.
Frühe Entsendung ohne parlamentarische Genehmigung
Nach Angaben von Recherchen des NDR war es der Bundeswehr wichtig, als erster Bündnispartner der USA im Anti-Terror-Einsatz vor Ort zu sein. Am 14. November 2001 flogen zwei Offiziere der Bundeswehr getarnt in US-Uniformen ins Einsatzgebiet am Persischen Golf. Der Bundestag beschloss erst zwei Tage später, mit knapper Mehrheit, den umstrittenen Einsatz im Rahmen der Operation Enduring Freedom, verbunden mit einer Vertrauensfrage von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Deutschland plant erweiterte Geheimdiensthilfe für Kiew nach Drohnenangriff
Geheime Mission und fehlende Informationen
Die Verteidigungsobleute der Fraktionen wurden offenbar nicht über diese geheime Mission informiert, was in der Regel bei solchen Operationen üblich ist. Ehemalige Politiker und Generäle äußerten die Befürchtung, dass eine öffentliche Bekanntmachung der Reise die Abstimmung im Bundestag hätte beeinflussen können. Der damalige Generalinspekteur Harald Kujat erklärte, dass es keine Notwendigkeit gegeben habe, die Öffentlichkeit zu informieren, da es sich um vorbereitende Maßnahmen handelte.
Erkundungsmission unter strikter Geheimhaltung
Oberstleutnant Andreas Jödecke, der erste deutsche Verbindungsoffizier bei der US-geführten Task Force, landete am 28. November 2001 in Camp Rhino, südlich von Kandahar. Der Weg dorthin war ungewöhnlich, da die Bundeswehroffiziere über Katar in den Oman geflogen wurden, wo sie sich auf ihre Mission vorbereiteten. Um nicht aufzufallen, trugen sie US-Uniformen, da sie kein Visum für den Oman hatten. Ostsee: Dobrindt kündigt Taskforce zur Abwehr hybrider Bedrohungen an
Kritik an der Vorgehensweise der Bundesregierung
Die Vorgehensweise der Bundesregierung wird von verschiedenen Seiten kritisiert. Angelika Beer, die damalige Obfrau der Grünen im Verteidigungsausschuss, betonte, dass es „absolut gemauert worden“ sei. Sie kritisierte weniger die Erkundungsmission selbst, sondern vielmehr, dass diese ohne Zustimmung des Bundestages durchgeführt wurde. „Aus militärischer Sicht kann ich das gut nachvollziehen. Aber es ist halt der Bruch mit allen parlamentarischen demokratischen Grundrechten“, so Beer. Dänische Sicherheitsbehörden warnen vor russischen Sabotageplänen
Die Bundeswehr hat auf Anfragen zu den Aktivitäten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) grundsätzlich nicht Stellung genommen. Der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping erklärte, dass solche Vorauskommandos üblich seien und nicht unbedingt öffentlich kommuniziert werden müssen, da sie nicht als militärisches Mandat im klassischen Sinne gelten.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: Airman 1st Class Devin Nothstine via Wikimedia Commons (Public domain)
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