Gefährliche Bakterien im Mittelmeer: Alarmstimmung aufgrund steigender Wassertemperaturen
Im Mittelmeer sorgt eine unsichtbare Bedrohung für Besorgnis: Laut italienischen Gesundheitsbehörden ist das Bakterium Vibrio vulnificus, das als „fleischfressendes Bakterium“ bekannt ist, in der Straße von Messina identifiziert worden. Bereits vor 21 Jahren wurde dieser Erreger zwischen Sizilien und Kalabrien erstmals nachgewiesen, und die Behörden warnen jetzt erneut vor diesen gefährlichen Keimen. Besonders alarmierend ist die Zunahme der West-Nil-Infektionen in Europa, die auf die steigenden Temperaturen zurückzuführen sein könnte.
Die Rolle der Wassertemperatur bei der Ausbreitung
Die Erwärmung der Meere spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des Bakteriums. In warmen, leicht salzhaltigen Küstengewässern finden die Bakterien ideale Lebensbedingungen. Die sommerlichen Hitzewellen in Europa fördern die Ausbreitung in Regionen, die zuvor weniger betroffen waren. Matteo Bassetti, ein führender Infektiologe und Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum San Martino in Genua, hat die Ausbreitung des Erregers ebenfalls untersucht. In diesem Zusammenhang ist auch die aktuelle Situation in Italien von Bedeutung, wo Gesundheitswarnungen aufgrund extremer Temperaturen ausgesprochen wurden.
Infektionsrisiken und Gefahren
Der Erreger kann über offene Wunden, Schürfwunden oder frisch gestochene Tätowierungen in den Körper gelangen. Zudem ist der Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Meeresfrüchten ein Risiko für eine Infektion. Besonders besorgniserregend ist die Geschwindigkeit, mit der der Erreger Gewebe angreift: Oft entwickelt sich eine nekrotisierende Fasziitis, bei der Haut und umliegendes Gewebe schnell absterben, während sich der Erreger über die Blutbahn im Körper verbreitet.
Alarmierende Statistiken aus Florida
Das Gesundheitsministerium in Florida hat in letzter Zeit ebenfalls vor diesem Bakterium gewarnt. Die Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Trend: Im Jahr 2025 wurden 33 Infektionen und fünf Todesfälle registriert. 2024 stieg die Zahl auf 82 Infektionen und 19 Todesfälle, was einen Höchststand darstellt. In den USA werden jährlich etwa 100 Fälle gemeldet, von denen ungefähr jeder dritte tödlich verläuft. Zudem gibt es Berichte über Zwei Todesfälle und über 10.000 Erkrankungen, die die Gefahren von Infektionen verdeutlichen.
Empfehlungen des ECDC
Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) rät ebenfalls zu besonderer Vorsicht. Menschen mit Hautverletzungen sollten das Baden im Meer vermeiden. Darüber hinaus wurde der „Vibrio Viewer“ des ECDC aktualisiert, ein Echtzeit-Überwachungssystem, das Gebiete anzeigt, in denen optimale Umweltbedingungen für die Vermehrung der Bakterien herrschen. Auch in Deutschland wurden in den letzten Jahren immer wieder Nachweise von Vibrionen entlang der Ostseeküste im Sommer gemacht.
Symptome einer Infektion
Eine Infektion kann mit Magen-Darm-Beschwerden beginnen, darunter schwere Gastroenteritis, Durchfall und hohes Fieber. Im weiteren Verlauf können sich blasige und blutende Hautveränderungen zeigen. In schweren Fällen kann es zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 20 und 35 Prozent, und bei einem septischen Schock oder besonders gefährdeten Personen, wie etwa Menschen mit Lebererkrankungen oder geschwächtem Immunsystem, kann sie auf über 50 Prozent ansteigen.
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Quellen: Bild
Bildquelle: Bildquelle: National Institute of Allergy and Infectious Diseases auf Unsplash
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