Am 13. August 1961 begann die DDR-Führung mit dem Bau der Berliner Mauer, ein Datum, das in Berlin heute durch zahlreiche Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und eine Kunstinstallation am Brandenburger Tor gewürdigt wird. Im Fokus der zentralen Feierlichkeiten steht die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, an der auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner teilnehmen wird.
Klöckner hob die Wichtigkeit einer lebendigen Erinnerungskultur hervor, besonders für jüngere Generationen, für die die DDR zunehmend Teil der Geschichte wird. Sie warnte, dass die „Freiheitsideen“, die 1989 zum Fall der Mauer führten, heutzutage nicht mehr durch physische Barrieren, sondern durch Gleichgültigkeit und Desinteresse bedroht seien. Klöckner forderte dazu auf, die einzigartigen Erfahrungen der Ostdeutschen während der Teilung und der Wiedervereinigung zu respektieren. Es sei entscheidend, zuzuhören, um die Veränderungen zu verstehen, die die Einheit für die Menschen in Ostdeutschland mit sich brachte.
Warnung vor der Verharmlosung der DDR-Diktatur
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer äußerte anlässlich des 65. Jahrestages des Mauerbaus Bedenken bezüglich einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. Er kritisierte die AfD und die Linkspartei für das Verbreiten positiver Verzerrungen über die DDR. Weimer verwies auf eine Veranstaltung der AfD mit dem Kabarettisten Uwe Steimle, bei der sogar die Nationalhymne der DDR gesungen wurde.
Evelyn Zupke, die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, warnte davor, dass die DDR von einigen nostalgisch als „gemütlich und gemeinschaftlich“ verklärt werde. Sie betonte, dass nostalgische Erinnerungen zwar menschlich seien, jedoch problematisch, wenn die Diktatur und die damit verbundenen Überwachungsmechanismen in Vergessenheit geraten. Zupke forderte, dass Schüler verpflichtet werden sollten, DDR-Gedenkstätten zu besuchen, um ein besseres Verständnis für die Vergangenheit zu fördern.
Erinnerungsarbeit und Benennung von Straßen
Weimer äußerte zudem seine Besorgnis über die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, insbesondere im Hinblick auf bevorstehende Wahlen. Er warnte, dass sich die Erinnerungspolitik in beiden Bundesländern ändern könnte, wenn sich die politischen Verhältnisse verschieben. In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, während in Berlin die Linkspartei in Umfragen führend ist.
Weimer regte als Teil einer aktiven Erinnerungsarbeit an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. Er schlug vor, bei der Schaffung neuer Straßen die Namen von Personen zu berücksichtigen, die unter der kommunistischen Diktatur gelitten haben, sei es durch Tod oder Inhaftierung.
Gedenkveranstaltung und Kunstinstallation
Die Grenzanlagen in Berlin wurden ab dem 13. August 1961 errichtet, um die Abwanderung von Menschen in den Westen zu verhindern. In den darauffolgenden Jahren verloren mindestens 140 Menschen bei Fluchtversuchen ihr Leben. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung werden in der Kapelle der Versöhnung Biografien von Todesopfern der Mauer vorgelesen, und es ist eine Kranzniederlegung geplant.
Am Brandenburger Tor wird seit Dienstag eine 30 Meter lange und fast drei Meter hohe Installation präsentiert, die an den Mauerbau und die Teilung erinnert. Diese Installation, die die ehemaligen Grenzanlagen symbolisiert, erscheint je nach Blickwinkel entweder durchlässig oder undurchdringlich.
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Quellen: tagesschau, Die Zeit
Bildquelle: Jungmeister via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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