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Karlspreisstiftung unterstützt mit 400.000 Euro den Schutz ukrainischer Kinderprojekte

Die Karlspreisstiftung fördert mit 400.000 Euro zwei ukrainische Organisationen, die sich um den Schutz und die Rückführung vermisster Kinder kümmern und Kindern mit Behinderungen Perspektiven bieten. Seit Kriegsbeginn wurden 208 vermisste Kinder aufgefunden, während eine barrierefreie Trainingsw…

Karlspreisstiftung unterstützt mit 400.000 Euro den Schutz ukrainischer Kinderprojekte
Aachen.de

Die Karlspreisstiftung hat beschlossen, zwei ukrainische Organisationen, Magnolia und Posmishka UA, mit insgesamt 400.000 Euro zu unterstützen. Diese Förderung zielt darauf ab, unter den extrem schwierigen Bedingungen des Krieges den Schutz von Kindern zu gewährleisten und europäische Werte zu fördern. Die Stiftung hebt hervor, wie das neu eingerichtete Projektpreisgeld konkrete Auswirkungen auf den Kinderschutz hat, indem es beispielsweise 208 vermisste Kinder aufspürte und eine barrierefreie Trainingswohnung aufbaut, trotz der Bedrohung durch Raketenangriffe.

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Ein Beispiel für die Dringlichkeit dieser Arbeit ist die Geschichte eines zwölfjährigen Mädchens, das auf die besetzte Krim verschleppt wurde. Diese Erzählung steht für viele andere Schicksale und verdeutlicht die Notwendigkeit, die von der Karlspreisstiftung initiierten Projekte zu unterstützen.

Das Projekt „Tracing and Reunification of Missing Ukrainian Children“ von Magnolia hat sich seit Beginn des Krieges der Suche nach vermissten Kindern gewidmet, die von ihren Familien getrennt wurden oder in besetzte Gebiete oder nach Russland verschleppt wurden. Mit einem Großteil der Fördermittel, etwa 300.000 Euro, kombiniert Magnolia professionelle Fallarbeit mit digitaler Recherche, öffentlicher Suche sowie psychologischer und rechtlicher Unterstützung für betroffene Familien.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend: Seit März wurden 320 Suchmeldungen veröffentlicht, die über verschiedene Kanäle mehr als eine Million Menschen erreicht haben. In diesem Zusammenhang konnten 208 Kinder gefunden werden. Zudem erhielten zahlreiche Eltern und Angehörige über die Hotline 116 000 psychologische und rechtliche Unterstützung.

Ein Beispiel ist das Schicksal von Angelina (Name geändert), deren Familie nach der russischen Besetzung der Region Cherson im Oktober 2023 den Kontakt zu ihr verlor. Dank der intensiven Sucharbeit von Magnolia konnte ihr Aufenthaltsort in den besetzten Gebieten ermittelt werden, und es wurde ein erster sicherer Kontakt hergestellt. Angelina bestätigte, dass sie mit ihrem Bruder auf die Krim gebracht worden war und dass sie nach Hause zurückkehren möchte. Diese Informationen wurden umgehend an die zuständigen ukrainischen Behörden weitergeleitet, um ihre Rückkehr zu ermöglichen.

Die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Arbeit sind zentrale Aspekte des Projekts. Vermisstenfälle werden in einem geschützten Fallmanagementsystem dokumentiert, und Beratungen werden systematisch erfasst und regelmäßig ausgewertet. Thomas Prefi, Vorsitzender der Karlspreisstiftung, betont, dass so sichergestellt wird, dass die Fördermittel transparent verwendet werden und die Ergebnisse verlässlich überprüfbar sind.

In der Region Saporischschja, etwa 80 Kilometer von der Front entfernt, arbeitet die Organisation Posmishka UA an einem weiteren wichtigen Projekt: der Schaffung einer barrierefreien sozialen Trainingswohnung für Kinder mit Behinderungen. Mit Fördermitteln von knapp 100.000 Euro sollen diese Kinder alltägliche Fähigkeiten wie Kochen und selbstständiges Leben erlernen. Das Projekt „Independent Living Skills for Children with Disabilities“ zielt darauf ab, gesellschaftliche Teilhabe und Eigenständigkeit zu fördern.

Die Vorbereitungen für die Infrastruktur sind bereits in vollem Gange. Ein qualifiziertes Betreuungsteam steht bereit, und erste Familien haben sich für das Programm angemeldet, was den dringenden Bedarf und die Hoffnung auf positive Veränderungen verdeutlicht. Kooperationen mit dem Kinderdienst der regionalen Militärverwaltung und dem Stadtrat von Saporischschja sowie der kommunalen Einrichtung „Zatyshna Domivka“ sichern die notwendige fachliche und strukturelle Unterstützung. Trotz der Zerstörung des Büros des Kinderschutzdienstes durch einen Raketenangriff im Juli 2026 zeigt das Projektteam Entschlossenheit, die Arbeit fortzusetzen.

Thomas Prefi hebt hervor, dass dieser Angriff verdeutlicht, wie wichtig internationale Unterstützung für den Kinderschutz in Krisengebieten ist. Die Förderung dieses Projekts steht für die Überzeugung, dass die europäischen Werte von Menschenwürde, Teilhabe und Solidarität auch in der Ukraine verteidigt werden müssen.

Die Unterstützung beider Projekte erfolgt im Rahmen des seit 2025 neu geschaffenen Projektpreisgeldes der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen. Jährlich werden mit einer Million Euro gemeinnützige Projekte in Europa gefördert, die den europäischen Gedanken stärken und zur Demokratie, Freiheit, Menschenrechten und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen. Die Auswahl der Projekte erfolgt in enger Abstimmung mit den jeweiligen Karlspreisträgern. Ursula von der Leyen, Preisträgerin des Jahres 2025, hatte beide ukrainischen Projekte gemeinsam mit der Karlspreisstiftung ausgewählt. Die Förderung wird durch die gemeinnützige Stiftung der Aachener Bürger und Unternehmer Dr. Ing. Eckhard Schulz und Dr. rer. nat. Stefanie Schäfer-Schulz ermöglicht.

Bereits Ende des vergangenen Jahres wurden über 500.000 Euro für die Deutsche Traumastiftung bewilligt, um zwei Projekte zu unterstützen: die Fortbildung ukrainischer Fachkräfte in der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas „Kinderschutz in einer digitalen Welt“ im Rahmen der nationalen Kinderschutzleitlinie.

Mit der Förderung dieser Projekte setzt die Karlspreisstiftung ein Zeichen für europäische Solidarität, die über politische Bekenntnisse hinausgeht. Die Stiftung möchte den europäischen Gedanken dort lebendig werden lassen, wo er am dringendsten benötigt wird.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als der bedeutendste europäische Preis für die Einheit Europas und wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Im vergangenen Jahr wurde Ursula von der Leyen mit dem Karlspreis ausgezeichnet. Am 14. Mai 2026 erhielt der ehemalige italienische Ministerpräsident und frühere Präsident der Europäischen Zentralbank den Preis für seine Verdienste um Europa und seine Wettbewerbsfähigkeit.


Quellen: aachen

Bildquelle: Aachen.de

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

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