Ein 38-jähriger Mann wird verdächtigt, in Niederbayern gleich zwei Nachbarinnen ermordet und anschließend den Lebensgefährten einer der Frauen getötet zu haben, um seine Verbrechen zu vertuschen. Der Prozess gegen ihn beginnt am 1. Oktober vor dem Landgericht Deggendorf.
Ermittler entdeckten im Juni 2025 in einem Mehrfamilienhaus in Zwiesel die Leichname von drei Personen. Die Todesursachen der Opfer waren Erstickung oder schwere Kopfverletzungen. Besonders makaber: Der Oberkörper einer der Frauen wurde in einem Kühlschrank gefunden. Der Nachbar, der als Verdächtiger gilt, sieht sich der Anklage wegen dreifachen Mordes gegenüber. Ähnliche Fälle, wie der gewaltsame Tod eines 20-Jährigen, zeigen, wie brutal solche Verbrechen sein können.
Den Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte die erste Frau in seiner Wohnung erstickt haben, indem er sie mit einem Kabel würgte. Vor diesem tödlichen Vorfall hatten beide Drogen, Alkohol und Medikamente konsumiert. Es wird ihm vorgeworfen, die Leiche zerteilt und den Oberkörper im Kühlschrank sowie die Beine in einer Sporttasche im Wald entsorgt zu haben.
Auch die zweite Nachbarin fiel dem Mann zum Opfer. Es wird berichtet, dass er ihr mit einer Bierflasche und mindestens 13 Hammerschlägen auf den Kopf zurief. Um sicherzustellen, dass die Frau nicht entkommen kann, wickelte er ihren Kopf mit Frischhaltefolie ein. Auch sie war im Drogenmilieu tätig, und der Angeklagte hatte zuvor Medikamente zu sich genommen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich, als eine Frau in Rheine durch Messerattacke getötet wurde, wobei der Ehemann unter Tatverdacht steht.
Als der Lebensgefährte der zweiten Frau nach ihr suchte, brach der Angeklagte in dessen unverschlossene Wohnung ein und tötete ihn mit einem Hammer. Nach den Taten floh der Verdächtige nach Österreich, wo er sich schließlich der Polizei stellte.
Die Staatsanwaltschaft erhebt in allen drei Fällen schwere Vorwürfe und sieht zahlreiche Mordmerkmale gegeben, darunter Heimtücke und Grausamkeit. Für das Verfahren sind bis zum 19. November insgesamt zehn Verhandlungstage angesetzt, in denen 34 Zeugen und fünf Sachverständige gehört werden sollen. Die Angehörigen der Opfer, darunter Eltern und Geschwister, sind als Nebenkläger am Prozess beteiligt. In einem anderen Fall laufen Ermittlungen gegen einen ehemaligen Pfleger, die ebenfalls auf großes Interesse stoßen.
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Quellen: Süddeutsche Zeitung, Die Zeit
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