Vor dem Landgericht Hamburg steht ein ehemaliger Fußballtrainer im Zentrum schwerwiegender Vorwürfe. Dennis W. wird beschuldigt, über mehr als neun Jahre hinweg insgesamt 79 Straftaten verübt zu haben, darunter der sexuelle Missbrauch von Jungen im Alter von zehn bis zwölf Jahren. Die mutmaßlichen Übergriffe sollen überwiegend auf einem Campingplatz an der Ostsee stattgefunden haben, wo er sowohl als Trainer als auch als Nachhilfelehrer tätig war.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 39-Jährigen erhoben, die Vorfälle zwischen 2013 und 2024 umfasst. Während der Lesung der Anklageschrift war eine Mutter eines betroffenen Jungen im Gerichtssaal anwesend und hielt ein für ihren Sohn bedeutendes Stofftier in den Händen. Die emotionale Belastung der Schilderungen war für sie offensichtlich, was sich auch im Gerichtsflur zeigte, als sie sich mit einer Freundin weinend umarmte.
Vertraute Beziehungen und Manipulation der Opfer
Dennis W. war den betroffenen Familien gut bekannt und stellte einen vertrauten Ansprechpartner dar. Eine Mutter berichtete, dass sie W. seit vielen Jahren kannte und oft mit ihm am Campingplatz Kaffee trank. Neben der Organisation von Fußballcamps gab er auch während der Corona-Pandemie Nachhilfeunterricht. Erst im Alter von 15 Jahren vertraute sich ihr Sohn einer Freundin an, die ihn unterstützte, das Gespräch mit seinen Eltern über die Vorfälle zu suchen. Dies erinnert an andere Fälle, wie wie der Wettskandal Pele Wollitz für immer prägte.
Der Campingplatz, auf dem die mutmaßlichen Taten stattfanden, war für viele Kinder ein vertrauter Ort. Stellplatz 239, an dem ein sieben Meter langer Wohnwagen stand, wurde zum Schauplatz der Vorfälle. Nachbarn berichteten von nächtlichen Geräuschen, die sie als Kindergeschrei identifizierten. W. erklärte hingegen, die Kinder hätten oft bis spät in die Nacht gespielt, weshalb sie erst am Nachmittag aus dem Wohnwagen kamen.
Angst und Schweigen auf dem Campingplatz
Auf dem Campingplatz ist das Thema der Vorwürfe von weitgehender Stille geprägt. Die Gemeinschaft ist eng verbunden, und viele kennen Dennis W. gut. Dennoch scheinen Scham und Angst das Gespräch über die Vorfälle zu hemmen. Oberstaatsanwältin Mia-Christine Sperling-Karstens stellte klar, dass die meisten Taten nicht in Hamburg, sondern auf dem Campingplatz in Schleswig-Holstein ereigneten. Ähnliche Ermittlungen gab es auch in anderen Fällen, wie Ermittlungen gegen ehemaligen Pfleger: Über 120 Verdachtsfälle in Aachen und Köln.
Manipulative Strategien des Angeklagten
Die Anklage beschreibt, dass Dennis W. gezielt das Vertrauen der Jungen gewonnen hat. Er soll die Kinder als seine „Lieblingsspieler“ betrachtet und sie anschließend kontrolliert sowie misshandelt haben. Berichten zufolge wandte er auch Gewalt an, indem er unter anderem mit einer Haarbürste zuschlug, bevor es zu den mutmaßlichen Missbrauchshandlungen kam. Zudem wird vermutet, dass der Angeklagte einige der Taten gefilmt hat. Diese manipulativen Taktiken erinnern an andere kriminelle Fälle, wie Bundesanwaltschaft ermittelt gegen deutschen Online-Sadisten wegen Anstiftung zu Mord.
Insgesamt spricht die Staatsanwaltschaft von fünf Opfern, wobei eines noch nicht identifiziert werden konnte. Sollte Dennis W. verurteilt werden, droht ihm eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Der Anwalt der betroffenen Familie, Rudolf von Bracken, betonte die Bedeutung, dass Opfer sich jemandem anvertrauen, um solche Taten zu verhindern.
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Quellen: Bild, tagesschau
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