Der Fall des ehemaligen Krankenpflegers Ulrich S. (45) wirft dunkle Schatten auf die Pflegebranche. Nachdem er bereits wegen zehnfachen Mordes verurteilt wurde, weiten die Staatsanwaltschaften in Aachen und Köln ihre Ermittlungen auf mehr als 120 weitere Verdachtsfälle aus. Ulrich S. arbeitete auf einer Palliativstation und soll dort schwerstkranken Patienten tödliche Medikamenten-Cocktails verabreicht haben.
Exhumierungen und neue Ermittlungen
Bereits 46 Leichname wurden exhumiert, um zu klären, ob Ulrich S. für zusätzliche Todesfälle verantwortlich ist. Diese Maßnahmen beinhalten die Wiederbeisetzung der Leichname und die Untersuchung auf mögliche Mordmerkmale. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat die Ermittlungen bis ins Jahr 2022 zurückverfolgt, was darauf hindeutet, dass möglicherweise noch weitere Verdachtsfälle hinzukommen könnten. In einem ähnlichen Fall wurden Festnahmen nach einem tödlichen Vorfall in Wassenberg bekannt gegeben.
Verurteilung und mögliche weitere Anklagen
Im November 2025 wurde Ulrich S. vom Aachener Landgericht wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Freilassung nach 15 Jahren nahezu unmöglich macht. Die Taten, für die er verurteilt wurde, fanden zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 statt. Ein weiterer Fall, der die Öffentlichkeit erschütterte, war der eines Teenagers in U-Haft, der verdächtigt wird, seine Großmutter getötet zu haben.
Ermittlungen in Köln
Zusätzlich zu den Ermittlungen in Aachen wird auch in Köln gegen Ulrich S. ermittelt. Der Pfleger war bis 2020 in einer Kölner Klinik tätig. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln erklärte, dass die Ermittlungen aufgrund ihrer Komplexität noch viel Zeit in Anspruch nehmen werden. Die Möglichkeit weiterer Anklagen steht im Raum, wobei die Staatsanwaltschaft Aachen bereits angekündigt hat, dass sie voraussichtlich im kommenden Jahr eine neue Anklage erheben wird. In Bremen kam es kürzlich zu einem Vorfall, bei dem ein Autofahrer einen 56-Jährigen nieder schlug und vom Tatort floh.
Ausblick auf die Ermittlungen
Die Ermittlungen gegen Ulrich S. werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen und Risiken im Pflegebereich. Die Staatsanwaltschaften setzen alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen und mögliche weitere Opfer zu identifizieren. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Dimensionen dieses Falls vollständig zu erfassen.
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