Take-Two Interactive hat rechtliche Schritte eingeleitet, um die Veröffentlichung von Spielszenen aus „GTA 6“ zu verhindern. Hierzu wurden vier DMCA-Subpoenas bei einem Bundesgericht in New York eingereicht, die sich gegen Discord, Microsoft, X und Google richten.
Seit dem 18. August kursieren im Internet unter dem Pseudonym „Cyberleek“ Videoclips einer unfertigen „GTA 6“-Version. Diese Clips scheinen aus einer früheren Entwicklungsphase des Spiels zu stammen. Der Leaker behauptet, im Besitz einer spielbaren Version zu sein, und hat ein Manifest veröffentlicht, in dem er seine Handlungen mit einer Kritik an digitalen Vorbestellungen und dem Rückgang physischer Datenträger rechtfertigt. Über die DMCA-Anträge berichteten verschiedene Medien, darunter TorrentFreak.
Umfangreiche Datenanforderungen
Der Antrag gegen Discord ist dabei besonders umfassend. Take-Two verlangt die Offenlegung der Daten aller Nutzer, die seit dem 1. Juni auf drei bestimmten Discord-Servern aktiv waren. Dies betrifft auch Nutzer, die nicht direkt mit den Leaks in Verbindung stehen. Von Microsoft fordert der Publisher unter anderem Informationen zu Windows-Gerätekennungen, IP-Adressen bei der Registrierung und der letzten Anmeldung, Telefonnummern sowie die Links zu Google- und Xbox-Konten.
Für die Plattform X fordert Take-Two spezifische Account-IDs, Registrierungs-E-Mails, IP-Protokolle und Telefonnummern von drei gesperrten Konten, die in der „GTA“-Community als Trittbrettfahrer bekannt sind. Ein Antrag gegen Google bezieht sich auf ein bestimmtes YouTube-Video und drei Kanäle, wovon einer ebenfalls im Discord-Antrag erwähnt wird.
Aktueller Stand der Maßnahmen
Gemäß Paragraf 512(h) des US-Urheberrechts ermöglichen die DMCA-Anträge Rechteinhabern, ohne vorherige Klage Nutzerdaten von Anbietern zu fordern. Eine gerichtliche Prüfung der Inhalte ist dafür nicht notwendig. Zwei Richter haben bereits Anordnungen zur Ausstellung unterzeichnet; dennoch sind diese laut TorrentFreak bislang nicht umgesetzt worden, sodass bislang keine Nutzerdaten übermittelt wurden.
Es bleibt fraglich, ob die DMCA-Claims auf die tausenden Discord-Nutzer ausgeweitet werden können, von denen viele nichts mit der Veröffentlichung zu tun hatten. Die Anwälte von Take-Two betonen, dass es ihnen lediglich um die Identifikation der Rechteverletzer geht.
Gameplay-Präsentation von Rockstar Games in Sicht
Rockstar Games plant, eigene Gameplay-Szenen zu präsentieren. Der Trailer zu „GTA 6“ wird am Donnerstag um 21 Uhr deutscher Zeit auf Netflix unter dem Titel „Grand Theft Auto VI: Ein ausführlicher Blick“ ausgestrahlt. Sechs Stunden später wird er auch auf YouTube verfügbar sein. Bislang hatten die Fans lediglich cineastisch bearbeitete Trailer gesehen.
Rockstar ist mit solchen Situationen vertraut. Im September 2022 wurden rund 90 Videoclips mit frühem Gameplay aus „GTA 6“ in einem Fanforum veröffentlicht. Diese Dateien stammten aus dem internen Slack-System des Unternehmens. Auch damals versuchte Take-Two, die Videos über DMCA-Takedowns von YouTube entfernen zu lassen, was jedoch die Verbreitung nicht eindämmte. Die damaligen Leaks wurden von einem Mitglied der Hackergruppe Lapsus$ verursacht.
Das Spiel „GTA 6“ soll am 19. November für die Konsolen Playstation 5 und Xbox Series X/S veröffentlicht werden. Eine PC-Version ist bisher nicht angekündigt.
Quellen: heise, Bild
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