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So will der neue Präsident Kolumbien gegen Banden und Drogenanbau vorgehen

Kolumbiens neuer Präsident Abelardo de la Espriella kündigt eine harte Linie gegen Drogenhandel und Koka-Anbau an. Während Landwirte wie Martín um ihre Existenz bangen, droht eine Rückkehr zu früheren, gewaltsamen Zeiten.

So will der neue Präsident Kolumbien gegen Banden und Drogenanbau vorgehen
KI-generiert

Die Amtsübernahme von Abelardo de la Espriella, dem neu gewählten Präsidenten Kolumbiens, sorgt für kontroverse Diskussionen über die zukünftige Drogenpolitik des Landes. Seine Absicht, entschieden gegen den Drogenhandel und den Koka-Anbau vorzugehen, lässt viele Kolumbianer an düstere Zeiten der Vergangenheit denken.

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In der südlichen Region Putumayo bewegt sich der Bauer Martín auf seinem Motorrad über einen staubigen Pfad. Umgeben von Feldern, auf denen Kakaopflanzen, Kochbananen und Koka gedeihen, ist er auf die Erträge seiner Landwirtschaft angewiesen.

„Ich bin kein Drogenhändler und möchte niemandem schaden, aber ohne Koka kann ich nicht überleben“,

äußert er seine Sorgen.

Der 56-jährige Landwirt lebt mit seiner Frau in einem selbst gebauten Holzhaus, der Strom reicht nur für das Handy und den Kühlschrank, während das Kochen mit Holz erfolgt. Diese einfache Lebensweise verstärkt die Ängste vor den angekündigten Maßnahmen des neuen Präsidenten, die Koka-Felder wieder mit chemischen Spritzmitteln zu behandeln.

Erinnerungen an vergangene Zeiten

Martín hat bereits in der Vergangenheit ähnliche politische Entscheidungen miterlebt. Zu Beginn der 2000er Jahre erließ der damalige Präsident Álvaro Uribe Anordnungen zur Vernichtung von Koka-Pflanzen mittels Glyphosat, um gegen den Drogenhandel und die FARC-Guerilla vorzugehen.

„Damals wurden nicht nur die Koka-Pflanzen zerstört, auch Kochbananen und Maniok gingen ein“,

erinnert sich Martín und beschreibt die verheerenden Auswirkungen auf die Landwirte, die oft ohne alternative Einkommensmöglichkeiten dastanden.

Die Furcht, dass sich diese Geschichte wiederholt, ist weit verbreitet. Die ländliche Bevölkerung hat Bedenken, dass wirtschaftliche Notlage zu steigenden Diebstählen und gewaltsamen Auseinandersetzungen führen könnte.

Politische Veränderungen und ihre Folgen

Der linke Präsidentschaftskandidat Cepeda hat erklärt, er werde die Niederlage akzeptieren. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensabkommen mit der FARC steht Kolumbien vor einem neuen Wendepunkt. Mit de la Espriella, einem extrem rechten Politiker, der einen radikalen Kurswechsel verspricht, wird eine neue Ära eingeläutet. Er selbst bezeichnet sich als „Tiger“ und strebt an, militärische Stärke gegen Guerillagruppen einzusetzen, während er den Bau eines Mega-Gefängnisses plant.

De la Espriella gewann die Präsidentschaftswahl Ende Juni mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung. Diese knappe Entscheidung verdeutlicht die tiefe Spaltung des Landes.

Ein Teil der Bevölkerung sehnt sich angesichts der wachsenden Gewalt nach einem Staat, der wieder Kontrolle ausübt. Andere hingegen bezweifeln, dass eine repressive Politik den jahrzehntelangen Konflikt, der weit über den Drogenhandel hinausgeht, lösen kann.

Ursachen des Konflikts und neue Herausforderungen

Die Drogenmafia hat sich in einem Machtvakuum etabliert, das durch jahrzehntelange soziale Ungleichheit und den Kampf bewaffneter Gruppen um die Kontrolle über lukrative Kokainrouten entstanden ist. Obwohl die FARC im Jahr 2016 ihre Waffen niederlegte, haben andere bewaffnete Gruppen, die weniger ideologische Motive verfolgen, die Kontrolle übernommen und setzen vor allem auf das Drogengeschäft.

Der frühere linke Präsident Gustavo Petro versuchte ab 2022, durch Verhandlungen und Waffenruhen eine Politik des „totalen Friedens“ zu etablieren, doch der Erfolg blieb aus. Laut der Denkfabrik International Crisis Group hat sich die Zahl der Mitglieder bewaffneter Gruppen zwischen 2022 und 2025 fast verdoppelt. Kolumbien verlagert nun erneut den Fokus auf militärische Stärke, was ungewisse Folgen nach sich ziehen könnte.

Camilo González Posso, Präsident des Forschungsinstituts Indepaz, äußert die Besorgnis, dass Putumayo und andere Regionen in Gewalt versinken könnten, wenn de la Espriella seine Maßnahmen umsetzt.

„Die Besprühungen werden den Drogenhandel nicht beenden“,

sagt González Posso und ergänzt:

„Der Anbau könnte an einem Ort zurückgehen, während er an anderer Stelle wieder ansteigt. Das ist ein Krieg gegen die Kleinbauern, die einfachste und feigste Strategie.“

Gesellschaftliche Auswirkungen und Ausblick

Die Amtsübernahme von de la Espriella wird von Kritikern nicht nur als sicherheitspolitischer, sondern auch als gesellschaftlicher Richtungswechsel wahrgenommen. Bei einer ersten Klausurtagung betete das neue Kabinett, und der Präsident verteilte Bibeln an Minister und enge Berater.

Für Catalina Martínez Coral vom Zentrum für reproduktive Rechte ist dies mehr als bloße Symbolik. Sie betont, dass Kolumbien ein laizistischer Staat sei, und äußert Bedenken, dass der politische Diskurs die Rechte von Frauen und der LGBTQ-Gemeinschaft gefährden könnte, was zu Diskriminierung und Gewalt im Alltag führen könnte.

Beobachter sehen in diesem Kurs eine Fortsetzung eines größeren politischen Trends. De la Espriella gilt als nahestehender Verbündeter des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, was laut González Posso auf eine neue US-Offensive in Lateinamerika hindeutet, die nicht nur um Einfluss, sondern um Kontrolle über die Region gehe. Dies könnte neue Konflikte und eine verstärkte Militarisierung nach sich ziehen.

„Wir steuern auf eine unberechenbare Phase neuer Gewalt und autoritärer Regierungen zu“,

warnt González Posso.

Die entscheidende Frage, wie Kolumbien seine Sicherheit erhöhen kann, bleibt weiterhin offen. González Posso hebt hervor, dass eine Politik, die Sicherheit mit sozialer Entwicklung verknüpft, von entscheidender Bedeutung ist. Repression allein werde den Konflikt nicht lösen; Investitionen in ländliche Gebiete und eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden seien notwendig, um Alternativen zu schaffen.

„Die meisten schließen sich bewaffneten Gruppen nicht aus Überzeugung an, sondern um zu überleben“,

sagt González Posso.

Die Menschen in den Koka-Anbaugebieten sind Teil illegaler Wirtschaftsstrukturen und zugleich deren Opfer. Sie leben unter dem Einfluss lokaler Diktaturen, die von bewaffneten Gruppen, Drogenhändlern und korrupten Beamten kontrolliert werden.

Die International Crisis Group sieht die Notwendigkeit eines umfassenden Ansatzes, der militärischen Druck mit sozialen und wirtschaftlichen Reformen kombiniert, um die Wurzeln des Konflikts anzugehen.


Quellen: tagesschau, AFP

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

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