Berichten zufolge plant das renommierte Filmstudio Paramount möglicherweise, Kalifornien hinter sich zu lassen. Grund für diese Überlegung ist eine Wettbewerbsklage, die gegen die angestrebte Übernahme des Rivalen Warner Brothers eingereicht wurde. Bereits hat der Verwaltungsrat von Paramount dem Vorhaben zugestimmt, das ab dem 1. Oktober 2023 umgesetzt werden soll. Eine offizielle Stellungnahme seitens des Unternehmens steht bisher noch aus.
David Ellison, der CEO von Paramount, hat einen umfangreichen Plan entworfen, der die Verlagerung eines Großteils der Arbeitsplätze im Film- und TV-Bereich über einen Zeitraum von fünf Jahren vorsieht. Bei einer erfolgreichen Übernahme von Warner Brothers könnte zudem ein Studiogelände in Hollywood verkauft werden. Als potenzielle neue Standorte werden unter anderem die Bundesstaaten Tennessee, Georgia und Texas ins Spiel gebracht, die für ihre günstigen wirtschaftlichen Bedingungen und eine niedrigere Steuerlast bekannt sind.
In den vergangenen Jahren haben auch andere Unternehmen, wie der von Elon Musk geführte Autokonzern Tesla, ihre Hauptsitze in republikanisch geführte Bundesstaaten verlegt. Diese Entwicklung könnte sich im Hinblick auf die gegenwärtigen Umstände weiter verstärken.
Die Wettbewerbsklage wurde von Kalifornien sowie mehreren anderen Bundesstaaten, die von der Demokratischen Partei regiert werden, eingereicht. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta bezeichnete die Klage als Erpressungsversuch. Die Kläger argumentieren, dass die Fusion den Wettbewerb im Bereich populärer Filme gefährden und die Kinos unter Druck setzen könnte.
Der Abschluss der Übernahme von Warner Brothers durch Paramount soll bis spätestens 4. Juni 2027 erfolgen. Schlägt dies fehl, könnte Warner Brothers den Deal aufkündigen und von Paramount eine Vertragsstrafe in Höhe von sieben Milliarden Dollar fordern. Um die Übernahme zu realisieren, hat Paramount den Aktionären von Warner zusätzliche Zahlungen von etwa 650 Millionen Dollar pro Quartal zugesichert, falls der Deal nicht bis Ende September abgeschlossen werden kann, was die Gesamtkosten für Paramount um mindestens 1,3 Milliarden Dollar anheben könnte.
Es besteht die Möglichkeit, dass die Frist für den Abschluss der Übernahme verlängert wird. Der Prozess zu den Wettbewerbsklagen ist für Anfang März 2027 angesetzt, was die Situation für Paramount zusätzlich kompliziert. Der Deal, der mit etwa 111 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 96 Milliarden Euro, bewertet wird, könnte sich somit weiter verzögern.
Quellen: n-tv, rhein-zeitung
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