In der südlich von Port-au-Prince gelegenen Gemeinde Kenscoff haben gewaltsame Angriffe von Bandenmitgliedern mindestens 40 Menschen das Leben gekostet. Der Vorfall ereignete sich am vergangenen Wochenende, als bewaffnete Gruppen ein in einer Kirche untergebrachtes Lager für Vertriebene attackierten, berichten örtliche Behörden.
Die Angreifer hinterließen nicht nur ein trauriges Bild mit vielen Verletzten, sondern entführten auch mehrere Personen. Massillon Jean, der Bürgermeister, beschrieb die Ereignisse als „Nacht des Schreckens“ und wies darauf hin, dass die Suche nach weiteren Opfern noch immer im Gange ist. „Wir haben ungefähr 40 Leichname gezählt, und einige Menschen werden weiterhin vermisst“, fügte Jean hinzu. Wie viele Menschen sind beim Erdrutsch an der Müllkippe in Guinea ums Leben gekommen?
In den letzten Monaten hat die Gewalt in dieser Region stark zugenommen, da Banden verstärkt versuchen, ihre Machtposition zu erweitern. Jean machte die Bande Viv Ansanm für den Übergriff verantwortlich und betonte, dass sie Chaos in der Gemeinde gestiftet hätten. Diese Gruppe wurde im vergangenen Jahr von der US-Regierung als ausländische Terrororganisation klassifiziert.
Nach den Vorfällen äußerte Ministerpräsident Alix Didier Fils-Aimé sein „tiefes Mitgefühl“ für die betroffenen Familien und versprach, zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region zu entsenden, um die Ordnung wiederherzustellen.
Die Bewohner von Kenscoff sind nach dem Übergriff in einem Schockzustand. Ein Überlebender berichtete, dass er mit seiner Familie in Panik geflohen sei, als die Schüsse fielen. „Ich dachte, es wären Polizisten, doch es waren die Banditen. Wir kletterten über eine Mauer und versteckten uns unter Blechplatten. Die Zahl der Toten war erschreckend“, erzählte er.
Die humanitäre Krise in Haiti hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschärft. Als das ärmste Land in Amerika leidet Haiti unter chronischer politischer Instabilität, Naturkatastrophen und Korruption. Zudem erleiden die Menschen die Gewalt mächtiger Banden, die für Tötungen, Vergewaltigungen, Plünderungen und Entführungen verantwortlich sind. Schätzungen zufolge sind in einem Land mit etwa 11 Millionen Einwohnern nahezu 1,5 Millionen Menschen vertrieben, während über fünf Millionen unter schwerer Ernährungsunsicherheit leiden.
Die Situation eskalierte Anfang 2024, als Banden eine Welle der Gewalt auslösten, die zum Rücktritt des nicht gewählten Ministerpräsidenten führte. Haiti hat seit 2016 keine Wahlen mehr abgehalten; der letzte Präsident, Jovenel Moise, wurde im Juli 2021 ermordet, ohne dass ein Nachfolger bestimmt wurde. Eine allgemeine Wahl ist für Dezember 2026 angesetzt.
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Quellen: rfi.fr, Die Zeit
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