In diesem Jahr wird der 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen begangen, sodass große öffentliche Feierlichkeiten ausfallen müssen. Trotzdem haben sich Vertreter mehrerer Partnerländer, darunter der britische Premierminister Andy Burnham, in Kiew versammelt, um ihre Solidarität zu zeigen.
Am Morgen trafen die Delegationen am Bahnhof in Kiew ein. Für Andy Burnham stellt dies seine erste internationale Reise als Premierminister dar. Anlässlich des Unabhängigkeitstags richtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine 21-minütige Videobotschaft an die Bürger, in der er die Bedeutung der gesellschaftlichen Einheit im Kontext des anhaltenden Konflikts mit Russland betonte. Selenskyj wies darauf hin, dass der Krieg dem Nationalfeiertag eine neue Dimension gegeben hat, und erinnerte an die 1.643 Tage des umfassenden Konflikts.
In seiner Ansprache erklärte Selenskyj, dass die Menschen in der Ukraine durch eine sichtbare Kraft vereint sind: die Kraft von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung. Er unterstrich, dass Russland seine militärischen Ziele nicht erreicht habe, weil es die Entschlossenheit der ukrainischen Bevölkerung unterschätzt habe.
Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage sind große Veranstaltungen nicht möglich, um das Risiko von Luftangriffen zu verringern. Das Hauptereignis in Kiew wird ein Galakonzert in der Oper am Abend sein. Zudem sind im ganzen Land kleinere Veranstaltungen wie Konzerte, Handwerkermärkte und Marathonläufe geplant. Viele Bürger müssen jedoch arbeiten, da arbeitsfreie Feiertage aufgrund des Krieges abgeschafft wurden.
Selenskyj hatte zuvor angedeutet, dass auch Vertraute des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, wie dessen Schwiegersohn Jared Kushner, Kiew besuchen könnten. Dieser Besuch wurde jedoch wegen der drohenden russischen Luftangriffe abgesagt. Stattdessen reiste der ehemalige US-Vizepräsident Mike Pence nach Kiew und berichtete, dass Selenskyj um Unterstützung bei der Luftabwehr gebeten habe. Pence hob die Entschlossenheit der ukrainischen Bevölkerung hervor, die an der Front für Freiheit und gegen Tyrannei kämpft. Im Rahmen des Unabhängigkeitstags hat die Europäische Union neue Finanzhilfen in Milliardenhöhe genehmigt, um die Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg zu unterstützen. Dringend benötigt die Ukraine das US-System Patriot zur Abwehr ballistischer Raketen, kann jedoch gegenwärtig keine Abfangraketen erwerben, da auch die USA möglicherweise nicht über ausreichende Bestände verfügen.
Am Nachmittag wird eine Sitzung der sogenannten „Koalition der Willigen“ stattfinden, die sich mit der Flugabwehr der Ukraine befassen wird. Staats- und Regierungschefs, die sich nicht in der Ukraine aufhalten, werden virtuell zugeschaltet. Besonders besorgniserregend sind die gezielten Angriffe Russlands auf die Strom- und Wärmeversorgung der Ukraine, die im vergangenen Winter zu wiederholten Ausfällen der Heizungsversorgung für Hunderttausende Menschen führten. Ukrainische Abwehr unter Druck: S-300-Systeme als mögliche Lösung?
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Quellen: tagesschau, t-online
Bildquelle: Steffen Prößdorf via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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